Zu wenig Steine bestellt und mitten im Aufbau festzustecken ist ärgerlich. Zu viel bestellt und den Rest jahrelang hinterm Schuppen liegen zu haben allerdings auch. Die gute Nachricht: Der Steinbedarf lässt sich sehr zuverlässig ausrechnen – man muss nur zwei Dinge kennen.
Die Formel
Zuerst das Volumen Ihrer Gabione in Kubikmetern:
Steinbedarf (t) = Volumen (m³) × 1,7
Der Faktor 1,7 Tonnen pro Kubikmeter ist ein bewährter Erfahrungswert für gängige Gabionensteine. Er berücksichtigt bereits, dass zwischen den Steinen Hohlräume bleiben – eine Gabione ist nie zu 100 % mit massivem Gestein gefüllt.
Drei Rechenbeispiele
| Projekt | Maße | Volumen | Steinbedarf |
|---|---|---|---|
| Sichtschutzzaun | 8 m × 1,8 m × 0,2 m | 2,88 m³ | ca. 4,9 t |
| Stützmauer | 6 m × 1,2 m × 0,5 m | 3,6 m³ | ca. 6,1 t |
| Hochbeet | 2 m × 0,8 m × 0,3 m | 0,48 m³ | ca. 0,8 t |
Wichtig beim Hochbeet: Hier ist nur die Wandstärke der Gabione gemeint, nicht der Innenraum – der wird ja mit Substrat gefüllt, nicht mit Steinen.
Die richtige Körnung wählen
Die Steine müssen zur Maschenweite passen, sonst rieseln sie durch. Als Regel gilt: Die kleinste Steinabmessung sollte mindestens das 1,2-fache der kleineren Maschenweite betragen.
| Maschenweite | Mindest-Körnung | Praxisempfehlung |
|---|---|---|
| 5 × 10 cm | ab ca. 6 cm | 60–100 mm |
| 10 × 10 cm | ab ca. 12 cm | 120–180 mm |
Das erklärt auch, warum die Maschenweite 5×10 cm so beliebt ist: Sie erlaubt kleinere Körnungen, die meist günstiger und leichter zu verarbeiten sind. Wer die feinere Optik nur an der Sichtseite braucht, kann zu den Varianten mit 5×10 cm an der Front und 10×10 cm im übrigen Korb greifen.
Nach oben gibt es auch eine Grenze
Sehr große Steine lassen sich schlecht schichten und erzeugen unschöne Hohlräume. Als Orientierung: Die größte Abmessung sollte etwa ein Drittel der Gabionentiefe nicht überschreiten. Bei einer 20 cm tiefen Gabione sind Steine über 15 cm also unpraktisch, auch wenn sie theoretisch nicht durchfallen.
Sicherheitszuschlag: ja oder nein?
Ein Zuschlag von rund 5 % ist sinnvoll. Gründe: Beim Verdichten sackt die Füllung etwas nach, und ein Teil der Lieferung besteht erfahrungsgemäß aus Unter- oder Überkorn, das sich nicht gut verarbeiten lässt. Wer Steine lose per Lkw bezieht, sollte ohnehin eher auf- als abrunden – eine kleine Nachbestellung ist unverhältnismäßig teuer.
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