Die Steinfüllung bestimmt maßgeblich die Optik, Stabilität und Langlebigkeit Ihrer Gabione. Doch nicht jeder Stein eignet sich für jeden Einsatzzweck. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Steinarten es gibt, welche Eigenschaften sie mitbringen und wie Sie Ihre Gabionen fachgerecht befüllen.
Natursteine: Die Klassiker für jede Gabione
Granit ist der beliebteste Füllstein für Gabionen – und das aus gutem Grund. Er ist extrem hart, frostbeständig und in vielen Farbtönen von Hellgrau bis Anthrazit erhältlich. Granit eignet sich für alle Einsatzzwecke: Stützmauern, Zäune und Gartengestaltung. Die kantige Bruchform sorgt zudem für optimale Verzahnung und damit hohe Stabilität.
Kalkstein bringt warme, helle Farbtöne in den Garten. Er ist etwas weicher als Granit und verwittert über die Jahre leicht, was ihm einen natürlichen, mediterranen Charakter verleiht. Für Stützmauern mit hoher statischer Belastung empfehlen wir allerdings härtere Steinarten.
Basalt ist die Premium-Wahl für moderne Gartengestaltung. Der dunkle, fast schwarze Stein setzt markante Akzente und wirkt besonders edel in Kombination mit hellen Fassaden. Basalt ist sehr hart und frostbeständig, allerdings auch preisintensiver als Granit oder Kalkstein.
Weitere Optionen: Quarzsandstein, Dolomit und Gneis erweitern die Farbpalette um Rottöne, Grüntöne und mehrfarbige Mischungen. Für kreative Projekte sind auch Glassteine oder beleuchtete Steine eine spannende Alternative, die besonders abends eindrucksvolle Akzente setzen.
Alle diese Steinarten finden Sie in verschiedenen Körnungen in unserem Steine-Sortiment.
Die richtige Körnung wählen
Die Steingröße muss zur Maschenweite Ihrer Gabionenkörbe passen. Die Faustregel: Der kleinste Stein muss mindestens so groß sein wie die größte Maschenöffnung. Bei der gängigen 5-x-10-cm-Masche empfehlen wir Steine mit 60 bis 120 mm Durchmesser. Für engmaschigere Gitter eignen sich auch Körnungen ab 40 mm.
Generell gilt: Je gleichmäßiger die Korngröße, desto ordentlicher das Erscheinungsbild. Mischkörnungen wirken natürlicher, haben aber mehr Hohlräume. Für Sichtseiten empfehlen wir, die Steine in den äußeren 10 bis 15 cm sorgfältig per Hand zu setzen – der Kern kann dann einfach geschüttet werden.
Schritt für Schritt: So befüllen Sie richtig
1. Vorbereitung
Stellen Sie sicher, dass die Gabionenkörbe korrekt aufgebaut, ausgerichtet und verbunden sind. Setzen Sie Distanzhalter ein, bevor Sie mit dem Befüllen beginnen – nachträglich lassen sie sich nur schwer anbringen. Legen Sie außerdem das benötigte Werkzeug bereit: Handschuhe, eine stabile Schaufel und gegebenenfalls eine Steinzange für präzises Setzen der Sichtsteine.
2. Schichtweises Befüllen
Befüllen Sie die Gabione in Schichten von etwa 30 cm Höhe. Nach jeder Schicht setzen Sie die Distanzhalter für die nächste Ebene. Bei Sichtseiten legen Sie die äußere Steinreihe von Hand an und füllen den Kern dahinter auf. So erzielen Sie ein sauberes Fugenbild. Achten Sie darauf, dass die schönsten und größten Steine an der Sichtseite liegen.
3. Verdichten und Abschließen
Rütteln oder klopfen Sie nach jeder Schicht leicht gegen die Gittermatten, damit sich die Steine setzen und Hohlräume schließen. Überfüllen Sie die Gabione leicht um 2 bis 3 cm, da sich die Steine mit der Zeit noch etwas setzen werden. Schließen Sie die Gabione erst, wenn Sie sicher sind, dass die Füllung gleichmäßig und ausreichend verdichtet ist.
Sichtseiten gestalten: Tipps für ein professionelles Ergebnis
Der optische Gesamteindruck Ihrer Gabione hängt maßgeblich von der Gestaltung der Sichtseiten ab. Setzen Sie die äußeren Steine bewusst mit der flachsten Seite nach außen – das ergibt ein ruhigeres, gleichmäßigeres Fugenbild. Vermeiden Sie große Lücken zwischen den Sichtsteinen. Kleine Steine oder Splitt können als Lückenfüller dienen, sollten aber nicht sichtbar sein.
Für besonders elegante Ergebnisse sortieren Sie die Steine vor dem Einbau nach Größe und Farbe. Gleichmäßige Schichten mit ähnlich großen Steinen wirken hochwertiger als wild gemischte Füllungen. Ein Aufwand, der sich bei Sichtgabionen im Vorgarten oder an der Terrasse definitiv lohnt.
Häufige Fehler beim Befüllen
Der häufigste Fehler: zu kleine Steine für die Maschenweite. Fallen Steine durch das Gitter, leidet nicht nur die Optik, sondern auch die Stabilität. Ebenso problematisch ist das Befüllen ohne Distanzhalter – die Gittermatten beulen unter dem Steingewicht aus und die Gabione verliert ihre Form.
Vermeiden Sie außerdem runde, glatte Steine für tragende Gabionen. Rundlinge verzahnen sich kaum und können bei seitlichem Druck wegrutschen. Für Stützmauern sind kantige Bruchsteine die sichere Wahl.
Ein weiterer Fehler ist das zu schnelle Befüllen. Wer die gesamte Gabione in einem Rutsch füllt, ohne zwischendurch Distanzhalter zu setzen, riskiert eine dauerhafte Verformung. Nehmen Sie sich die Zeit für schichtweises Arbeiten – das Ergebnis wird es Ihnen danken.
Wie viel Stein brauche ich?
Als Faustregel gilt: Pro Kubikmeter Gabionenvolumen benötigen Sie etwa 1,5 bis 1,8 Tonnen Naturstein, je nach Steinart und Körnung. Für eine Gabionenwand mit den Maßen 200 x 100 x 30 cm (L x H x B) sind das rund 900 bis 1.100 kg. Planen Sie immer 5 bis 10 Prozent Reserve ein, um Setzungen auszugleichen und eventuell nachfüllen zu können.
Sie sind unsicher bei der Mengenberechnung? Nutzen Sie unseren Online-Shop für die Konfiguration oder rufen Sie uns an unter 06571 95233-69 – wir berechnen die benötigte Steinmenge für Ihr Projekt.