Ein Hochbeet aus Gabionen ist schnell aufgebaut – und dann steht man vor der Frage, was eigentlich hinein soll. Einfach Blumenerde einfüllen wäre möglich, aber verschenkt das Potenzial: Der klassische Schichtaufbau versorgt Ihre Pflanzen über Jahre mit Nährstoffen und spart obendrein teures Substrat.
Vorbereitung: Wühlmausschutz und Trennlage
Bevor die erste Schicht kommt, zwei Dinge auf den Boden des Hochbeets:
- Engmaschiges Drahtgitter als Wühlmausschutz, an den Rändern ein Stück hochgezogen.
- Innenauskleidung der Gabionenwände mit Vlies oder Noppenfolie, damit das Substrat nicht seitlich zwischen den Steinen herausrieselt. Die Unterseite bleibt offen – Staunässe wäre das größere Problem.
Der Schichtaufbau von unten nach oben
Schicht 1: Grobmaterial (ca. 25–30 % der Höhe)
Baum- und Strauchschnitt, dicke Äste, Wurzelstücke. Diese Schicht sorgt für Drainage und Belüftung und zersetzt sich über Jahre langsam. Grob und locker einbringen, nicht verdichten.
Schicht 2: Umgedrehte Grassoden oder Laub (ca. 10 %)
Trennt das Grobmaterial vom feineren Material darüber und liefert selbst Nährstoffe. Grassoden mit der Grasseite nach unten einlegen.
Schicht 3: Grober Kompost oder Häckselgut (ca. 25 %)
Halbverrotteter Kompost, Häcksel, Herbstlaub. Hier startet der eigentliche Rotteprozess, der über die nächsten Jahre Wärme und Nährstoffe liefert.
Schicht 4: Feiner, reifer Kompost (ca. 20 %)
Gut abgelagerter Kompost oder Gartenerde mit hohem Humusanteil.
Schicht 5: Pflanzerde (ca. 20 %, mindestens 20 cm)
Die oberste Schicht, in der die Wurzeln arbeiten. Hochwertige, torffreie Pflanz- oder Gemüseerde. Diese Schicht sollte mindestens 20 cm dick sein – bei Wurzelgemüse eher 30 cm.
Was Sie einplanen sollten
Das Beet sackt. Im ersten Jahr sinkt der Inhalt durch die Rotte deutlich ab – 10 bis 20 cm sind normal. Füllen Sie deshalb bis zum oberen Rand auf und rechnen Sie damit, im Frühjahr Kompost und Erde nachzufüllen.
Nach fünf bis sieben Jahren neu aufsetzen. Dann ist das Grobmaterial weitgehend zersetzt und die Nährstoffe verbraucht. Der Inhalt wird ausgeräumt (er ist hervorragender Gartenkompost) und neu geschichtet. Die Gabione selbst bleibt natürlich stehen.
Die richtige Höhe
Für rückenschonendes Arbeiten sind 80 bis 90 cm Gesamthöhe ideal. Wer das Hochbeet gleichzeitig als Sitzkante nutzen möchte, landet eher bei 45 bis 50 cm. Beides ist mit Gabionen problemlos machbar – eine Auswahl finden Sie in unserer Hochbeet-Kategorie, individuelle Maße gibt es über Gabionen auf Maß.
Frisch geschichtete Hochbeete setzen viele Nährstoffe frei. Tomaten, Kürbis, Zucchini oder Kohl danken es. Erst ab dem dritten Jahr eignen sich Schwachzehrer wie Kräuter, Salat oder Radieschen.